Kilmende – Naivasha

mit dem Rad nur so 20 km, aber der Transport im Kleinbus funktioniert gut

Der Tag gestern steckt mir noch in den Knochen. Ich stelle ziemlich schnell fest, dass ich die die ersten Anstiege mit dem Rad kaum schaffe. Ein Stück fahre ich trotzdem, an einem Wald entlang immer bergauf, landschaftlich sehr schön, aber eben auch anstrengend. Nach kurzer Zeit beschließe ich deshalb, dass heute nicht mein Tag ist. Wo der Radweg die Hauptstraße kreuzt, stelle ich mich zu einigen Leuten, die auf ein Matatu warten. Relativ bald wird mein Rad wieder auf einen Dachgepäckträger geladen. Eine Weile später wird noch einmal umgeladen. Alle Passagiere steigen in einen anderen Kleinbus, mein Rad landet jetzt auf einem Dach ohne Gepäckträger und wird an den Streben zwischen Fenstern festgezurrt. Das geht offenbar auch. Relativ  bald bin ich in Naivasha, einer ziemlich quirligen Stadt mit großem Markt, die ich mit dem Rad, aber schnell wieder verlasse.

Ich mache mich auf die Suche nach einer Unterkunft und fahre etwas hinter Naivasha in Richtung See – und stehe vor einer Reihe kleiner Häuschen, die 10-20 cm unter Wasser stehen. Trotzdem wird gearbeitet, als sei das normal. Ein Zimmer möchte man mir trotzdem nicht vermieten und schickt mich stattdessen ein Stück zurück in Richtung straße. Dort bekomme ich meine Unterkunft.

Tatsächlich steigt seit Jahren der wasserspiegel des Lake Naivasha kontinuierlich an. Der See hat keinen Abfluss, der Wasserstand wird nur durch Verdunstung und die Zuflüsse bestimmt. Ganze Häuser stehen schon weit entfernt vom Ufer im See, auch Strommasten sind zu sehen, Touristenresorts, Fußballstadien. Woran es genau liegt, dass der Wasserspiegel steigt, ist nicht ganz klar. Vielleicht der Klimawandel, vielleicht einfach eine zufällige Schwankung. Der See reagiert so wie alle Seen im Rift Valley schon auf kleine Änderungen der Niederschläge ziemlich empfindlich.

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